Newsletter 09/2023

04.09.2023 - Pressemitteilungen

Liebe Mitglieder der sLAG, liebe Freund*innen, liebe Interessierte,

 

vor fünf Jahren, am 18. September 2018, trafen sich in Frankenberg über 40 Menschen, die sich in den verschiedensten Zusammenhängen mit der Geschichte des NS, der Erinnerungskultur und der Erinnerungspolitik beschäftigen, um die sächsische Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (sLAG) zu gründen.

 

Erste Ideen für ein Netzwerk von Akteur*innen der politisch-historisch Bildungs- und Erinnerungsarbeit in Sachsen gehen auf die seit 2014 mindestens einmal im Jahr an der Evangelischen Hochschule Dresden durchgeführten Erinnerungspolitischen Fachtage zurück. Hier offenbarten sich Wunsch und Notwendigkeit von Vernetzung und politischer Interessenvertretung der häufig ehrenamtlich Aktiven. Im November 2017 bildete sich daher im Anschluss an den fünften Erinnerungspolitischen Fachtag aus den teilnehmenden Initiativen, Einzelpersonen und Institutionen eine Initiativgruppe, die die Strukturen einer zukünftigen sLAG vorbereitete.

 

Damals beschrieben die Akteur*innen eine Reihe von Herausforderungen, vor denen Erinnerungsarbeit und politisch-historische Bildung standen:

 

  • Die authentischen Stimmen der früheren NS-Verfolgten bzw. von deren Kindern fehlen zunehmend im Erinnerungsdiskurs.
  • Die gesellschaftliche Akzeptanz von faschistischen Positionen und der zunehmenden insbesondere rassistischen, antisemitischen und gegen politische Gegner*innen motivierten Gewalt erfordern auch eine Debatte über die Ausrichtung von pädagogischer Arbeit zu den NS-Verbrechen.
  • In den Initiativen, die sich lokal und themenspezifisch mit Fragen nach Ursachen, Hintergründen, Interessen und Kontexten der NS-Herrschaft beschäftigen, treffen sich Menschen unterschiedlicher Generationen. Diese häufig lokal agierenden Initiativen sind allenfalls punktuell und zufällig über einzelne Personen miteinander verschränkt.
  • Darüber hinaus erfordert eine zunehmende Diversifizierung auch der sächsischen Bevölkerung im Hinblick auf „nationale Identitäten“ und „nationale Geschichtsbilder“ vielschichtige Antworten auf die Frage, warum die Auseinandersetzungen mit der Ideologie, Herrschaft und den Verbrechen des (deutschen) Faschismus sowohl für den Einzelnen und soziale Gruppen als auch für die Gesellschaft insgesamt notwendig sind.

 

Hinzu kamen spezifisch sächsische Probleme im Erinnerungsdiskurs, wie sie sich z.B. in der erinnerungspolitischen Ausrichtung der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft (StSG), vor allem unter der Geschäftsführung von Siegfried Reiprich, manifestierten. Viele der nicht-institutionalisierten sondern ehrenamtlich arbeitenden Initiativen, Projekte und Einzelkämpfer*innen wünschten sich für ihre Arbeit mehr Gehör, mehr Sichtbarkeit über ihren kleinen Radius hinaus – um gerade die Auseinandersetzung mit lokaler NS-Geschichte in Sachsen voranzubringen und die Arbeit der wenigen institutionellen Gedenkstätten und Museen zu ergänzen.

 

Mit der Gründung der sLAG betrat ein Akteur das Feld, der zum einen für die Vernetzung und inhaltliche Unterstützung von erinnerungspolitischen Initiativen, Vereinen und Einzelakteur*innen in Sachsen steht, und diese zum anderen an die bundesdeutsche Erinnerungslandschaft heranführt und dort vertritt.

 

Die damals beschriebenen Probleme und Aufgaben sind weiter aktuell und gewinnen angesichts der Entwicklung der politischen Situation in Sachsen und darüber hinaus, den anstehenden Kommunal- und Landtagswahlen im Freistaat, des Krieges in Europa, zunehmender nationalistisch-autoritärer Dynamiken weltweit an Bedeutung.

 

Hinter uns liegen fünf z. T. sehr schwierige Jahre. Und bei allen gesellschaftlichen Problemlagen der Gegenwart sollte dies der Moment sein, auf die Erfolge zu schauen: Die sLAG konnte sich institutionalisieren und ist aus der Landschaft bürgerschaftlichen Engagements in Sachsen nicht mehr wegzudenken. Es bestehen produktive (Kooperations-)Beziehungen, z.B. zur StSG, zum Netzwerk Tolerantes Sachsen oder dem Verband der Gedenkstätten in Deutschland e.V. Es gab eine Reihe überregional wirksamer Veranstaltungen zu erinnerungspolitischen Themen.

 

Vor allem jedoch gibt es euch, die Mitglieder der sLAG, die inzwischen knapp 100 Vereine, Initiativen und Einzelmitglieder zählt. Eure Arbeit ist es, die dem Rahmen der sLAG Inhalt und Struktur geben. Dafür euch allen ein herzliches Dankeschön. Ein herzlicher Dank an dieser Stelle auch an unsere Mitarbeiter*innen in der Fachstelle: Jane Wegewitz, Jonas Kühne und Isabel Panek. Und last but not least an alle früheren und aktiven Sprecher*innen der sLAG: Ann Katrin Düben, Anna Schüller, Daniela Schmohl, Felix Pankonin, Josephine Ulbricht, Klaus Hammerlik, Tobias Kley, Dieter Gaitzsch und Uwe Hirschfeld.

 

Ich hatte das Glück, in meiner Arbeit beim Kulturbüro Sachsen e.V. die Gründung der sLAG und jetzt als Mitglied im Vorstand des Fördervereins den weiteren Werdegang begleiten zu dürfen und dadurch wesentliche Bereicherungen für mich erfahren. Das wird – hoffentlich – auch in den nächsten nicht nur fünf Jahren der Fall sein.

 

Solvejg Höppner, Vorstand sLAG-Förderverein


 

Aus dem Büro

 

 

Fünf Jahre sLAG

 

Wie im Editorial zu lesen ist, feiert die sLAG in diesem Monat ihr fünf-jähriges Bestehen. Auch wir als Referent*innen der Fachstelle bedanken uns ganz herzlich bei allen Mitgliedern, aktiven und ehemaligen Sprecher*innen, Kooperationspartner*innen und Wegbegleiter*innen für die wertvolle Zusammenarbeit, den Austausch und die unermüdliche Unterstützung in den vergangenen Jahren! Für das Jubiläum haben wir von dem Illustrator Mathis Eckelmann eine Postkarte gestalten lassen. Das Motiv greift u.a. das noch junge Netzwerk in Form eines stilisierten Baums auf, das von unten gewachsen ist und in Zukunft natürlich noch weiterwachsen und sich verästeln kann. Denn auch fünf Jahre nach der Gründung der sLAG haben unsere Themen eine enorme gesellschaftliche Relevanz und erlauben nicht wirklich „eine Atempause“. 🙂

 

Illustration: Mathis Eckelmann

 

Mitte des Monats werden wir auf unseren Social-Media-Kanälen, Facebook und Twitter, eine Reihe von Glückwünschen und Statements teilen, die unser Netzwerk anlässlich des Jubiläums erreichten.


 

Sachsenweite Ausstellungstour: „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“

 

Vom 10.06.–06.08.2023 war die Ausstellung im Schloss Colditz zu sehen. Aktuell gastiert sie in den Räumlichkeiten des Uniwerks in Pirna.

 

Zur Eröffnung im Schloss Colditz sprachen Christian Striefler (GF Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemeinnützige GmbH) und Daniela Schmohl (sLAG-Sprecherin). Ein inhaltlicher Einstieg erfolgte durch Klaus-Dieter Müller (Historiker, Vorstand im sLAG-Förderverein) mit dem Vortrag „1933: Machtübergabe – Machtergreifung – Nationale Revolution: Der Weg in die NS-Diktatur“. Besonders gefreut haben wir uns über die Anwesenheit von Werner Billwitz. Er recherchiert seit Jahren zum KZ Colditz und berichtete im Gespräch über das Schicksal seines Großvaters, der ab April 1933 im KZ Colditz inhaftiert war.

 

Werner Billwitz (2.v.r.) im Gespräch mit Anna Schüller, sLAG-Sprecherin (Foto: sLAG, 10.06.2023)

 

Blick in die Ausstellung (Foto: sLAG, 10.06.2023)

 

Begleitet wurde der Start der Ausstellungstour von zwei Weiterbildungsangeboten für Aktive im Feld der historisch-politischen Bildungsarbeit und Lehrende in Sachsen. Beide Workshops waren gut besucht und vermittelten Kenntnisse zur Geschichte der frühen Konzentrationslager und verschiedene Bildungsansätze.

 

Teilnehmer*innen des Workshops: Fokus frühe Konzentrationslager. Möglichkeiten der politisch-historischen Bildungsarbeit mit der Ausstellung „Auftakt des Terrors“ (Foto: sLAG, 10.06.2023)

 

(Foto: sLAG, 10.06.2023)

 

Mit der Ausstellung erreichten wir in Colditz mehr als 3800 Menschen, die das Schloss besuchten und damit die Möglichkeit hatten, die Ausstellung zu besichtigen. Außerdem erschienen sehr ausführliche Beiträge bei MDR Kultur und in der LVZ, die wir hiermit empfehlen möchten.

 

Seit dem 11.08.2023 ist die Ausstellung in Pirna zu sehen. Zur Eröffnung in Anwesenheit von Gabriele Hahn, Enkelin von Konrad Hahnewald, dem ersten Häftling des KZ Hohnstein, und dem Vortrag von Klaus-Dieter Müller waren mehr als 30 Menschen gekommen. In Pirna wurde die Ausstellung mit einer Tafel zu den frühen Lagern im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ergänzt, die vom Verein AKuBiZ erarbeitet wurde. Über die Eröffnung berichtete Pirna TV.

 

Die Ausstellung ist in Pirna bis zum 13.09.2023 dienstags und mittwochs von 13:00–18:00 Uhr und samstags von 11:00–16:00 Uhr geöffnet: Uniwerk e.V. (Alte Feuerwache, Burgstraße 6b, 01796 Pirna) Führungen und weitere Termine, auch für größere Gruppen wie Schulklassen, können per E-Mail angefragt werden: guendel@akubiz.de

 

Grußwort von Gabriele Hahn, Enkelin von Konrad Hahnewald, dem ersten Häftling des KZ Hohnstein (Foto: sLAG, 11.08.2023)

 

Vortrag „1933: Machtübergabe – Machtergreifung – Nationale Revolution: Der Weg in die NS-Diktatur“ von Klaus-Dieter Müller (Foto: sLAG, 11.08.2023)

 

Die Ausstellung wird in den Räumlichkeiten vom Uniwerk e.V. gezeigt. (Foto: sLAG, 11.08.2023)

 

Am 15.09.2023 eröffnen wir um 15:00 Uhr die Ausstellung im Schloss Hainewalde. Dort richtete die SA von März bis August 1933 ein „Schutzhaftlager“ ein. Insgesamt waren in diesem Zeitraum etwa 1000 Menschen im KZ Hainewalde inhaftiert. Am 15.09.2023 wird im Schloss Hainewalde auch die Ausstellung „Das Schutzhaftlager Hainewalde 1933“ eröffnet, erarbeitet von den Städtischen Museen Zittau.

 


 

Dienstreise in die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain und nach Dresden

 

Am 27.06.2023 war das Team der Fachstelle mal wieder unterwegs. Die Dienstreise führte zunächst nach Zeithain, wo wir von Nora Manukjan und Milan Spindler über das Gelände der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain und durch die Ausstellungen geführt wurden. Die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Zeithain wird seit 2003 im Dokumentenhaus des Ehrenhains Zeithain und in einer ehemaligen Lagerbaracke dargestellt, auf dem Gelände befinden sich verschiedene Tafeln, u.a. mit Namen sowie Geburts- und Todesdaten der insgesamt 25 000 bis 30 000 sowjetischen und mehr als 900 Kriegsgefangenen aus anderen Ländern, die in dem Lager verstarben.

 

Eingang zur Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain (Foto: sLAG, 27.06.2023)

 

Die zu Tode gekommenen Kriegsgefangenen des Lagers sind auf vier Friedhöfen in der Umgebung des ehemaligen Lagergeländes begraben. Auf Tafeln im Ehrenhain sind ihre Namen, Geburts- und Sterbedaten zu lesen. (Foto: sLAG, 27.06.2023)

 

Unsere zweite Station war die Stiftung Sächsische Gedenkstätten, wo wir zum Arbeitstreffen mit Dr. Markus Pieper und Sven Riesel verabredet waren. Nach drei Jahren des fachlichen Austauschs, aus bekannten Gründen in vielen Fällen digital, und verschiedener Kooperationen mit der Stiftung war dies tatsächlich unser erster Besuch in der Dresdner Geschäftsstelle.

 

Arbeitstreffen mit Dr. Markus Pieper (Geschäftsführer) und Sven Riesel (vorn links, stellvertretender Geschäftsführer und wissenschaftlicher Referent / Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) in der Geschäftsstelle der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. (Foto: sLAG, 27.06.2023)

 

Anschließend waren wir im Zentralwerk e.V., einer Kultur- und Wohngenossenschaft, die wir in den zwei Stunden unseres Aufenthalts als inspirierten und inspirierenden Ort, auch für erinnerungskulturelle Projekte, kennenlernen durften. Wir freuen uns, dass wir im Rahmen einer ersten Kooperationsveranstaltung noch in diesem Jahr wieder dort sein werden. Daniel Ristau hält am 02.11.2023, 19:00 Uhr, im Zentralwerk seinen Vortrag „’Die Feuerwehr stand dabei und sah zu‘. Die Novemberpogrome in Dresden 1938“.


 

Angriffe auf NS-Erinnerungsorte: Solidarität für die betroffenen Einrichtungen!

 

In den vergangenen Wochen kam es bundesweit an verschiedensten Orten zu Anschlägen, Vandalismus und Beschmierungen an NS-Gedenkorten, Plakaten und Open-Air-Ausstellungen mit dezidiert antisemitischen, rassistischen, homophoben und geschichtsrevisionistischen Inhalten. Unsere Sprecher*innen haben ein Statement verfasst, mit dem die rechten Anschläge verurteilt werden und Solidarität mit der Zivilgesellschaft und den Kolleg*innen vor Ort gefordert wird. Ihr Statement findet ihr auf der sLAG-Website.


 

Veranstaltungen im Herbst – regionaler Schwerpunkt: Plauen

 

Im Rahmen unseres Themenjahrs „1933 – Wege in die Diktatur“ richten wir im Herbst 2023 den Blick auf Plauens NS-Geschichte. Gemeinsam mit colorido e.V. und weiteren Kooperationspartner*innen zeigen wir ab 01.11.2023 im Plauener Landratsamt die Ausstellung „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“. Auch Plauen hatte solche Lager. So wurde beispielsweise das Landgerichts- und Polizeigefängnis, das sich damals im Plauener Rathaus befand, als frühes Lager genutzt. In den ersten Monaten nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten waren hier mindestens 289 Menschen inhaftiert.

 

Im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung laden wir am 09.11.2023, 19:30 Uhr, zur Podiumsdiskussion „Lücke im Gedächtnis? Verdrängte Erinnerung? – Plauens NS-Geschichte und die Gegenwart“ in das Plauener Theater ein, am 11.11.2023, 19:00 Uhr, zur Buchvorstellung „Geistliche im Konzentrationslager Sachsenburg“ in den Colorido-Treff und am 30.11.2023, 15:00 Uhr, zur Finissage der Ausstellung mit dem Hörspaziergang „Täterspuren“.

 

Für die aktuelle Veranstaltungspostkarte haben wir diesmal ein auf den ersten Blick etwas untypisches Motiv gewählt:

 

Die Veranstaltungspostkarte zeigt das Foto einer Spitzdecke mit Darstellung des Plauener Rathauses. Fotografiert von Richard Herold 1940. (© Deutsche Fotothek / Herold, Richard | Gestaltung: Janett Andrejewski)

 

Das Motiv zeigt die Ansicht des Plauener Rathauses vom Marktplatz aus gesehen, links das 1907 eingeweihte König Albert-Denkmal, es ist eine Erinnerung an „goldene Zeiten“: Durch die Entwicklung und maschinelle Herstellung von Tüll- und Ätzspitze Anfang der 1880er Jahre hatte die Stadt einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, „Plauener Spitze“ Weltruf erlangt. Als das Reiterstandbild errichtet wird, ist Plauen Großstadt, 1912 erreicht sie mit 128 000 ihre höchste Einwohnerzahl. Die kunstvoll gestaltete Spitzendecke erzählt von diesem Teil der Geschichte.

 

Als Richard Herold, selbst 1889 in Plauen geboren, dieses Foto macht, hat auch die Plauener Stadtgesellschaft verschiedene Krisen erlebt: den Niedergang der heimischen Textilindustrie seit 1912, den Ersten Weltkrieg mit der Inflationszeit und die Weltwirtschaftskrise, in deren Folge Plauen die höchste Arbeitslosenquote unter deutschen Städten verzeichnet. Frühe sächsische Hochburgen der NSDAP sind im Zwickauer Raum und im Vogtland entstanden. 1922 ist in Plauen die erste Ortsgruppe gegründet worden, sie hat Anfang 1925, nach Verbotszeit und Wiedergründung, bereits 1200 Mitglieder und übernimmt damit die sächsische Führungsrolle.

 

Fragt man nach den Gründen für diesen Erfolgskurs der Partei, muss man das völkische Milieu betrachten, das in Plauen schon früh existiert. Schon im August 1914 kam es in der Stadt zu pogromartigen Ausschreitungen gegen ostjüdische Kaufleute und Konkurrenten im Textilgewerbe, später verankert sich hier der „Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund (DTSB)“. Eine im Vogtland weit verbreitete Heimindustrie, eine geringe Dichte an Gewerkschaften sowie die kurze Herrschaft des Anarcho-Kommunisten Max Hoelz und die damit einhergehende politische Radikalisierung eines Teils des Bürgertums sind weitere Faktoren, die zur Beschreibung der besonderen Verhältnisse in Plauen dienen können. (1)

 

Schon beim Pogrom 1914 trat ein Kleinunternehmer in Erscheinung, der seit 1907 zu Plauens Spitzenfabrikanten zählt und später Mitglied des DSTB wird, der 1879 geborene Martin Mutschmann. Finanzielle Möglichkeiten, frühe Verbindungen zu Hitler sowie familiäre Vernetzungen auf der kommunalen NS-Ebene ermöglichen den Aufstieg. Mutschmann wird im Sommer 1924 Führer der Landesleitung des „Völkisch-Sozialen Blocks“ (VSB), der die verbotene NSDAP ersetzt. Nach der Wiedergründung der Partei ist nicht die Landeshauptstadt Dresden Sitz der Landes- bzw. Gauleitung, sondern Plauen, die Adresse lautet auf Bärenstraße 61, es ist Mutschmanns Wohnsitz und der Verwaltungssitz seines Unternehmens.

 

Entscheidend für den Erfolg der NSDAP, für die Mobilisierung und Bindung Tausender in Plauen, sind auch die öffentlichen Auftritte von Adolf Hitler, Joseph Goebbels und Robert Ley in der Stadt. Im Juni 1930 ist sie außerdem Schauplatz des ersten großen Gauparteitags der sächsischen NSDAP, 1932 erringt die Partei in Plauen die absolute Mehrheit.

 

Mitte März 1933, kurz nach der NS-Machteroberung in Sachsen, wird die Gauleitung in die Landeshauptstadt verlegt. Mutschmann, der über Jahre an der Professionalisierung der Gauleitung und der Durchsetzung seines Führungsanspruches gearbeitet hat, und seine Entourage siedeln sich in Dresden an, auf dem Weg zum Spitzenpersonal einer sich etablierenden Diktatur, die mit brutaler Härte gegen politisch Andersdenkende vorgeht.

 

Auch mit diesem Teil der Geschichte ist das Foto dieses Plauener Spitzendeckchens verknüpft und diesem Teil von Plauens Geschichte widmen wir uns mit unseren Veranstaltungen in diesem Herbst.

 

(1) Vgl. Mike Schmeitzner: „Plauen: Die Gauleitung der NSDAP“, in: Konstantin Hermann (Hg.), Führerschule, Thingplatz, „Judenhaus“. Orte und Gebäude der nationalsozialistischen Diktatur in Sachsen, 1. Auflage, Dresden, Deutschland: Sandstein Verlag 2014, S. 44 ff.

 

Es grüßen Jonas Kühne, Isabel Panek und Jane Wegewitz, sLAG-Fachstelle für NS-Erinnerungsarbeit und Demokratiebildung


 

Stellenangebot

 

Der ASA-FF e.V. hat eine Co-Leitung der Geschäftsstelle (Schwerpunkt Fördermittel- und Personalmanagement) ausgeschrieben. Bewerbungen sind noch möglich.


 

Publikationen | Materialien

 

Das Projekt RomaRespekt bei Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen veröffentlichte den Podcast „Miteinander – Füreinander. Rom*nja im Widerstand: Podcast zur Widerstandsgeschichte der Rom*nja und Sint*ezze während des Nationalsozialismus – Eine Interviewreise“. Die Interviews zeigen einen vielseitigen Blick auf die geführten Kämpfe der Rom*nja und Sint*ezze. Neben Gesprächen mit Historiker*innen gibt der Podcast auch einen Einblick in den aktuellen Aktivismus in Nordböhmen.

 

Ende Juni ging das Bildungsportal NS-Zwangsarbeit online. Es bündelt Bildungsmaterialien zum Thema NS-Zwangsarbeit und stellt verschiedene Lern- und Erinnerungsorte vor. Das Portal wurde vom Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit erarbeitet, in Kooperation mit 20 weiteren Gedenkstätten, Lern- und Erinnerungsorten und Museen. Mit dabei waren auch zwei sächsische Einrichtungen: die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig und die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain.

 

Die John Dewey Forschungsstelle für Didaktik der Demokratie (TU Dresden) hat die Plattform „EINFACH GUT GEMACHT“ veröffentlicht. Dort werden Angebote zur politischen Bildung in Sachsen vorgestellt, z.B. die historisch-politischen Wanderseminare von AKuBiZ e.V. und die Online-Ausstellung „Offener Prozess“ von ASA-FF e.V.

 

Im Juli erschien eine Sonderausgabe des Gedenkstättenrundbriefs: „30 Jahre Gedenkstättenreferat der Stiftung Topographie des Terrors – Verabschiedung von Thomas Lutz“. Thomas Lutz leitete mehrere Jahrzehnte das Gedenkstättenreferat der Stiftung Topographie des Terrors, das 1983 ursprünglich bei Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. eingerichtet wurde und seit 30 Jahren zur Stiftung Topographie des Terrors gehört. In der Sonderausgabe blicken Wegbegleiter*innen auf das Wirken von Thomas Lutz zurück.

 

Ende Juli ist bei Hentrich & Hentrich der Band „Geistliche im Konzentrationslager Sachsenburg“ erschienen, herausgegeben von Felix Dümcke und Anna Schüller. Die Autor*innen des Bandes blicken mit ihren Beiträgen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven auf die kirchenpolitisch brisante Episode als das frühe Konzentrationslager Sachsenburg 1933–1937 zum zentralen Austragungsort von Konflikten zwischen NS-Funktionären und vor allem Vertretern der evangelischen Kirche wurde. In drei Abschnitten werden Nähe und Distanz der geistlichen „Schutzhäftlinge“ zum NS-Regime vermessen. Der Erste nimmt einzelne Personen in den Fokus, Biografien und Familienerzählungen, der Zweite versucht sich in einer Nahsicht auf das Kollektiv dieser Häftlingsgruppe. Anna Schüllers Beitrag dazu ist dem sozialen Gefüge des Konzentrationslagers Sachsenburg gewidmet, Mike Schmeitzner und Swen Steinberg untersuchen in dem Kapitel „Pastors behind barbed wire“ die nationalen und internationalen Reaktionen der Presse auf die Repressionen gegen sächsische Kirchenvertreter. Felix Dümcke schließlich hat sich mit der Innensicht dieser Gruppe befasst und fokussiert auf die Bedeutung des geschichtskulturellen Wandels in der DDR für das Gedenken der Geistlichen an ihre Rolle im Nationalsozialismus. Die Weitung des Blicks auf eine Totale übernehmen im dritten Abschnitt Rebecca Scherf („Evangelische Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus“) und Manfred Gailus („Befürchtungen, Hoffnungen, Erwartungen. Protestantismus in der Weimarer Endzeitkrise“), Oliver Arnhold („Auseinandersetzung um die ‚Arisierung‘ der Kirche“) und Oliver Blaschke, der sich kritisch mit Opfer- und Widerstandsnarrativen auseinandersetzt. Fotografien aus Familienalben sind den Texten als visueller Einstieg vorangestellt, die Grafiken stammen vom Chemnitzer Künstler Osmar Osten, dem Impulsgeber für das publizistische Vorhaben. Eine Buchvorstellung findet am 11.11.2023 in Plauen statt. (siehe Veranstaltungen/ Vorschau)


 

Newsletter

 

Unser nächster Newsletter erscheint Anfang November. Bis dahin veröffentlichen wir Termine, Mitteilungen und Kurznachrichten wie gewohnt unter www.slag-aus-ns.de, bei Facebook und Twitter.


 

Termine

 

16.09.2023
Landesweites Arbeitstreffen der sLAG, Dresden (nur für Mitglieder)


22.10.2023
Redaktionsschluss Newsletter November


18.11.2023
Save the Date: Erinnerungspolitischer Fachtag: „Relevanz statt Revisionismus – Aufgabenfelder einer demokratischen Erinnerungskultur“, Ort: Salles de Pologne, Leipzig


Veranstaltungen

Hier findet ihr interessante Veranstaltungen unserer Mitglieder und der Fachstelle. Bitte informiert euch auch auf den Websites der Veranstalter*innen über den aktuellen Stand und Anmeldemodalitäten.

 

02.09.2023, 09:30 Uhr
ADFC-Radtour von Dresden in die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain
Details und Anmeldemodalitäten


07.09.2023, 19:00 Uhr
Filmvorführung: „Liga Terezín“, mit anschließender Diskussion mit Historiker und Buchautor Stefan Zwicker, Ort: Volkshochschule, Chemnitz

 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von ASA-FF e.V. und der Volkshochschule Chemnitz.


08.09.2023, 17:00 Uhr
Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Kapitulation Italiens im Zweiten Weltkrieg, Ort: Ostfriedhof, Leipzig

 

Die Gedenkveranstaltung wird von der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig und der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain veranstaltet.


09.09.2023, 11:00 Uhr
Stadtteilrundgang: „NS-Zwangsarbeit in Leipzig-Volkmarsdorf“, Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig


09.09.2023, 14:00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig, Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig


10.09.2023, 11:00 Uhr
Führung durch die Gedenkstätte Stalag VIII A (Zgorzelec)

 

Eine Veranstaltung von Meetingpoint Memory Messiaen, Europastadt Görlitz Zgorzelec GmbH und der Stiftung Erinnerung, Bildung, Kultur.


10.09.2023, 11:00 Uhr
Tag des offenen Denkmals: Tour zum „Lost Place“ in Zeithain, Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain

 

Zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals führt die Gedenkstätte zum sogenannten Sowjetpark in Zeithain. Dort befinden sich die steinernen Hinterlassenschaften der einstigen sowjetischen Garnison.


10.09.2023, 13:00 Uhr
Fahrradtour: „NS-Zwangsarbeit in Taucha“, Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig


10.09.2023, 14:00 Uhr
Tag des offenen Denkmals: Geführter Rundgang über den Neuen Israelitischen Friedhof, Ort: Dresden

 

Eine Veranstaltung von HATiKVA e.V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V.


12.09.2023, 19:00 Uhr
Film und Gespräch: „Wir sind Juden aus Breslau“, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V., Ort: Programmkino Ost, Dresden


15.09.2023, 15:00 Uhr
Ausstellungseröffnung: „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“, Ort: Schloss Hainewalde

 

Die Veranstaltung ist Teil des Themenjahrs „1933 – Wege in die Diktatur“ und eine Kooperation der sLAG mit den Städtischen Museen Zittau, dem Soziokulturellen Zentrum Hillersche Villa, dem Verein Augen auf – Zivilcourage zeigen sowie dem Förderverein zur Erhaltung des Kanitz-Kyawschen Schlosses Hainewalde.


16.09.2023, 11:00 Uhr
Stadtteilrundgang: „NS-Zwangsarbeit in Leipzig-Reudnitz“, Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig


16.09.2023, 14:00 Uhr
Landesarbeitstreffen der sLAG (nur für Mitglieder) und ab 18:00 Uhr Empfang anlässlich des 5-jähigen Bestehens der sLAG, Ort: Dresden


23.09.2023, 10:00–16:30 Uhr
Vernetzungstreffen: „Partizipative Erschließung von Stätten von NS-Zwangsarbeit in Sachsen“, Ort: Festung Königstein

 

Eine Veranstaltung der sLAG, der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig und in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen und der Festung Königstein gGmbH. Anhand der Vorstellung von zwei Projekten und einer Exkursion sollen in diesem Jahr Perspektiven entwickelt werden, wie Stätten der NS-Zwangsarbeit dokumentiert, erhalten und für eine regionale Erinnerungsarbeit erschlossen werden können. Anmeldung bis 11.09.2023 per E-Mail: veranstaltungen@stsg.de


23.09.2023, 11:00 Uhr
Stadtteilrundgang: „NS-Zwangsarbeit in Leipzig-Lindenau“, Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig


23.09.2023, 14:00 Uhr
Fahrradtour: „Orte der nationalsozialistischen Zwangsarbeit in Böhlen bei Leipzig“, Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig


24.09.2023, 10:00 Uhr
Workshop zur NS-Familiengeschichte, mit Dr. Johannes Spohr, AKuBiZ e.V., Ort: Kulturkiste, Pirna


24.09.2023, 11:00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Wanderausstellung „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ und die Dauerausstellung „Das Schutzhaftlager Hainewalde“, Ort: Schloss Hainewalde, Angebot: Gemeinsame Zuganreise aus Zittau | Treffpunkt: 10:00 Uhr Bahnhof Zittau


29.09.–01.10.2023
Bildungsfahrt in die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

 

Eine Veranstaltung der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig und MONAliesA – Feministische Bibliothek und Archiv. Die Bildungsfahrt richtet sich an alle Menschen ab 18 Jahren, unabhängig von ihren Kenntnissen oder ihrem Vorwissen.
Details und Anmeldemodalitäten


01.10. 2023, 11:00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Wanderausstellung „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ und die Dauerausstellung „Das Schutzhaftlager Hainewalde“, Ort: Schloss Hainewalde, Angebot: Gemeinsame Zuganreise aus Zittau | Treffpunkt: 10:00 Uhr Bahnhof Zittau


01.–05.10.2023
Gedenkstättenfahrt nach Brandenburg, Bildungsverein Parcours e.V.

 

In den Herbstferien bietet der Leipziger Bildungsverein Parcours eine Fahrt in die Gedenkstätte Sachsenhausen sowie die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald an. Die Fahrt richtet sich an Jugendliche und jungen Erwachsene ab 14 Jahre bzw. Klassenstufe 9 aus Sachsen.
Details und Anmeldemodalitäten


06.10.2023, 15:00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Wanderausstellung „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ und die Dauerausstellung „Das Schutzhaftlager Hainewalde“, Ort: Schloss Hainewalde


08.10.2023, 11:00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Wanderausstellung „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ und die Dauerausstellung „Das Schutzhaftlager Hainewalde“, Ort: Schloss Hainewalde, Angebot: Gemeinsame Zuganreise aus Zittau | Treffpunkt: 10:00 Uhr Bahnhof Zittau


13.10.2023, 15:00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Wanderausstellung „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ und die Dauerausstellung „Das Schutzhaftlager Hainewalde“, Ort: Schloss Hainewalde


24.10.2023, 17:00 Uhr
Rundgang: „An jüdisches Leben erinnern“, Treffpunkt: Vorplatz des Jüdischen Gemeindezentrums, Dresden

 

Eine Veranstaltung der der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V. und der Volkshochschule Dresden.


 

Vorschau

 

01.11.2023, 18:00 Uhr
Ausstellungseröffnung: „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“, Ort: Landratsamt, Plauen

 

Eine Veranstaltung der sLAG im Rahmen des Themenjahrs „1933 – Wege in die Diktatur“.


02.11.2023, 19:00 Uhr
Vortrag: „Die Feuerwehr stand dabei und sah zu“. Die Novemberpogrome in Dresden 1938, mit Daniel Ristau, Ort: Zentralwerk, Dresden

 

Eine Veranstaltung der sLAG in Kooperation mit dem Zentralwerk Dresden.


09.11.2023, 19:30 Uhr
Podiumsdiskussion: „Lücke im Gedächtnis? Verdrängte Erinnerung? – Plauens NS-Geschichte und die Gegenwart“, Ort: Theater Plauen-Zwickau, Plauen

 

Eine Veranstaltung der sLAG im Rahmen des Themenjahrs „1933 – Wege in die Diktatur“.


11.11.2023, 19:00 Uhr
Buchpräsentation: „Geistliche im Konzentrationslager Sachsenburg“, musikalische Begleitung Jens Bühring, Ort: Colorido-Treff, Plauen

 

Eine Veranstaltung der sLAG im Rahmen des Themenjahrs „1933 – Wege in die Diktatur“.


18.11.2023, 10:00 Uhr
Erinnerungspolitischer Fachtag: „Relevanz statt Revisionismus – Aufgabenfelder einer demokratischen Erinnerungskultur“, Ort: Salles de Pologne, Leipzig


23.11.23, 18:00 Uhr
Zeitzeugengespräch mit Ernst Grube, Ort: Alter Gasometer, Zwickau

 

Eine Veranstaltung der Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Breitensport-Fußball (IVF) in Kooperation mit dem DFB-Pilotprojekt „Fußball Verein(t) gegen Rassismus“.


30.11.2023, 15:00 Uhr
Finissage: „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ mit dem Hörspaziergang „Täterspuren“, Ort: Landratsamt, Plauen

 

Eine Veranstaltung der sLAG im Rahmen des Themenjahrs „1933 – Wege in die Diktatur“.


 

Tipps

 

Bis 09.09.2023
Ausstellung: „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“, Ort: Bahnhofsvorplatz, Chemnitz

 

Rundgänge und Workshops sind nach Absprache möglich: ausstellung@heimspiel-chemnitz.de
Eine Kooperation der ASA-FF e.V./ neue unentd_eckte narrative und Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V. sowie Gegen Vergessen – Für Demokratie Sachsen e.V.


10.09.2023, 11:00–16:00 Uhr
Tag des offenen Denkmals: Führungen durch die Ausstellung „War is Over“, Ort: Capa-Haus, Leipzig

 

Die Dauerausstellung dokumentiert die Geschichte des „Capa-Hauses“ und rekonstruiert die Entstehung der weltbekannten Fotoserie „Last Man to Die“ des Kriegsfotografen Robert Capa.
Eine Veranstaltung der CAPA Culture gGmbH und der Initiative Capa-Haus.


Bis 31.12.2023
Sonderausstellung: „Gerda Taro (1910-1937). Fotopionierin – Naziflüchtling – Shooting Star“, Ort: Capa-Haus, Leipzig

 

Gerda Taro schuf im Spanischen Bürgerkrieg mit ihrem Partner Robert Capa die moderne Kriegsfotografie. Die junge Jüdin, die vor den Nazis aus Leipzig geflohen war, revolutionierte die Berichterstattung und war die erste Kriegsfotografin, die bei der Arbeit ums Leben kam. Ihre sensationellen Bilder aus dem Spanischen Bürgerkrieg machten sie zum Shooting Star und veränderten den Blick auf den Krieg.

 

Eine Veranstaltung der CAPA Culture gGmbH, des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig und der Initiative Capa-Haus.