Wir über uns

Wir sind ein geschichtspolitisches Netzwerk von Vereinen, Verbänden, Initiativen, Geschichtswerkstätten, Projekten und Einzelpersonen. Unsere Mitglieder arbeiten mit unterschiedlichen Zugängen und thematischen Schwerpunkten zur lokalen, regionalen und überregionalen NS-Geschichte. Arbeitsfelder und Angebote sind u.a.
Stadtrundgänge und Wanderseminare, Bildungs- und Gedenkstättenfahrten sowie Jugendbegegnungen, Biographien-Forschung und die Verlegung von Stolpersteinen, Projektwochen und Erinnerungswerkstätten, Workshops, Vorträge, Ausstellungen und Publikationen, Guideausbildungen, Materialsammlungen und digitale Formate wie Audio-Walks, Blogs sowie interaktive Karten zu historischen Ereignissen und Einzelschicksalen.

 

Wir agieren parteipolitisch neutral und parteiunabhängig. Mehrheitlich ehrenamtlich, in und außerhalb institutioneller Strukturen, erinnern wir an die NS-Verbrechen und stellen uns weit verbreiteten populistischen und rassistischen Positionen entgegen. Die intensive Auseinandersetzung mit der Ideologie und Herrschaft des NS- Systems, seinen Hintergründen, Funktionswesen und seinen konkreten lokalen Auswirkungen ist unser Beitrag zur Stärkung der demokratischen Kultur in Sachsen. Unser Engagement basiert auf dem Respekt für alle vom NS-Regime verfolgten und ermordeten Menschen und schließt die Wertschätzung von Diversität und Vielschichtigkeit in der Erinnerungs- und Vermittlungsarbeit ein.

 

Wir setzen uns ein

– für die Etablierung einer vielfältigen, öffentlich wahrnehmbaren, lebendigen Erinnerungs- und Gedenkkultur in Sachsen

– für die Förderung der kritischen Auseinandersetzung mit der Ideologie und Herrschaft des NS und deren Fortwirken in der heutigen Gesellschaft

– für die Stärkung einer engagierten politisch-historischen Bildungsarbeit in Sachsen mit dem Fokus auf die strukturellen und aktuellen Gefährdungen von Demokratie und Menschenrechten

 

Wir sind aktiv in den Bereichen

– Vernetzung von Vereinen, Verbänden, Initiativen, Geschichtswerkstätten, Projekten und Einzelpersonen im regionalen Bereich, sachsenweit sowie in angrenzenden Regionen Tschechiens und Polens

– Kontakt zu bundesweiten Netzwerken, hier vor allem dem Forum der Landesarbeitsgemeinschaften der Gedenkstätten, Erinnerungsorte und -initiativen in Deutschland

– Stärkung der im Netzwerk vertretenen Vereine, Verbände, Initiativen, Geschichtswerkstätten, Projekte und Einzelpersonen

 

Wir fördern

den fachlichen Austausch und die Weiterbildung
die Zusammenarbeit mit professioneller und institutionalisierter Forschung und Vermittlung
fachliche und politische Debatten im Themenfeld
die öffentliche Wahrnehmung der geleisteten Forschungs- und Vermittlungsarbeit

 

Wir beraten

bei fachlichen Fragen
bei Fragen zur Arbeitsorganisation und Dokumentation
bei Fragen zur Sicherung von Archivgut
bei der Akquise von Fördermitteln

 

Unsere Arbeitsweise

Derzeit sind 60 Vereine, Initiativen, Verbände oder Einzelpersonen Mitglied der sLAG. Die Erstmitglieder haben sich bis zur formellen Gründung am 18. September 2018 in schriftlicher Form zum Selbstverständnis bekannt, über Neuaufnahmen entscheiden seitdem die Mitglieder.

 

Seit dem 1. Mai 2020 hat die sLAG eine Service- und Beratungsstelle mit Sitz in Leipzig.

 

Zwei Referent*innen organisieren und koordinieren die Vernetzung, die Weiterbildung und den Fachaustausch sowie Studienfahrten zu Initiativen, Vereinen und Gedenkorten, auch außerhalb Sachsens. In Abhängigkeit von Zielen, Bedarfen und Wünschen der Mitglieder finden thematische Workshops und Treffen sowie individuelle Beratungen statt.

Die Dokumentation von Forschungsergebnissen und die Entwicklung innovativer Formate für und mit Menschen, für die es zu unseren Themen bisher kaum Angebote gibt (z.B. Migrant*innen, Menschen mit besonderem Förderbedarf, Menschen, die sich von herkömmlichen Formaten nicht angesprochen fühlen) definieren weitere Aufgabenfelder.

Die Service- und Beratungsstelle plant und organisiert außerdem sLAG-Regionalkonferenzen sowie den landesweiten erinnerungspolitischen Fachtag. Dieser findet an wechselnden Orten statt und fokussiert auf aktuelle Herausforderungen der politisch-historischen Bildungsarbeit.

Die Angebote der Service-und Beratungsstelle zeichnen sich grundsätzlich durch einen niedrigschwelligen Zugang aus und sind offen für alle Akteur*innen in diesem Bereich.

Die sLAG ist Mitglied im FORUM der Landesarbeitsgemeinschaften der Gedenkstätten, Erinnerungsorte und -initiativen und im Netzwerk Tolerantes Sachsen.

 

Kontakt

 

Gefördert im Rahmen des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“.

 

 

unsere Referentin / unser Referent:

Jane Wegewitz
hat Kulturwissenschaften, Kunstgeschichte und Journalistik in Leipzig studiert und war 15 Jahre als Kuratorin, Autorin und Redakteurin selbständig tätig. Mit Tom Pürschel gründete sie 2015 die Projektgruppe EnterHistory! und arbeitete mit verschiedenen Mitstreiter*innen bisher vor allem zur jüdischen Geschichte Leipzigs, u.a. für die Ausstellung „Next-Door Neighbours“ (2015) oder die Buchpublikation „Broder, Cerf & Löbl – Nachbarn auf Zeit“ (2017). Mit „ReMembering Leipzig – Jüdische Lebenserinnerungen“ initiierte Jane Wegewitz ein partizipatives Projekt zur Stadtgeschichte mit Workshops für Jugendlichen und Erwachsene. 2018 organisierte EnterHistory! den Netzwerktag „Es war einmal?“ für Akteur*innen mit Projekten zum Thema jüdische Geschichte Leipzigs sowie gegen Antisemitismus und Rassismus. Im gleichen Jahr war sie Gründungsmitglied der sLAG. Jane Wegewitz bietet Stadtrundgänge zur jüdischen Geschichte Leipzigs an. 2019 realisierte sie mit „Geschichte aus dem Interim“ ein Video-Interview-Projekt zum Thema „30 Jahre Friedliche Revolution“.

 

 

Jonas Kühne
ist seit über zehn Jahren in unterschiedlichen Funktionen in der Gedenkstätte für Zwangsarbeit aktiv. Er war an der Gründung der sLAG beteiligt und gehörte bis Mai 2020 zum Vorstand des Fördervereins. Jonas Kühne studierte in Leipzig und Berlin Politikwissenschaft und Geschichte und promoviert derzeit an der Humboldt-Universität Berlin zum amerikanischen Ausstellungsprogramm in Deutschland nach 1945. Nebenbei begleitet er als freiberuflicher Guide jüdisch- amerikanische Gruppen im Programm „Germany Close Up – American Jews Meet Modern Germany“ und entwickelt ein Weiterbildungsprogramm für Lehrer*innen zur Transformationszeit 1989/90 am Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin.

 

 

Fotos: Franziska Frenzel