
Der gemeinsame Gang durch die Ausstellung im Dokumentationszentrum vertieft die Kenntnisse zur historischen Bedeutung des Ortes.
In der letzten erhaltenen Originalbaracke des ehemaligen Kriegsgefangenen- und Vertriebenenlagers Elsterhorst (Nardt) lädt Museumsleiterin Kerstin Noack zur nächsten öffentlichen Führung ein. Der authentische Ort vermittelt bis heute eine eindringliche Atmosphäre und macht Geschichte auf besondere Weise erfahrbar. Hier wird die Geschichte eines der größten Kriegsgefangenen- und Vertriebenenlager Ostdeutschlands anschaulich und zugleich sensibel erschlossen.
Während des Zweiten Weltkriegs war Elsterhorst, nahe Hoyerswerda, ein Ort, an dem sich die Lebenswege tausender Menschen kreuzten – geprägt von Ungewissheit, Entbehrung und Hoffnung. Unter der Bezeichnung Stalag IV A diente das Lager anfänglich der Internierung von Kriegsgefangenen verschiedener Nationen, ab Mai 1940 als Oflag IV D insbesondere der Internierung französischer Offiziere.
Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen im April 1945 wandelte sich die Funktion des Lagers erneut: Mehr als 65.000 deutsche Soldaten wurden hier interniert und überwiegend in sowjetische Kriegsgefangenenlager verbracht. Bis 1947 war Elsterhorst darüber hinaus Sammel- und Quarantänelager für heimkehrende Soldaten sowie sogenanntes Umsiedlerlager für bis zu 120.000 Vertriebene – für viele Menschen ein Ort des Übergangs zwischen Verlust, Neuanfang und ungewisser Zukunft.
Die Ausstellung im Dokumentationszentrum beleuchtet diese unterschiedlichen Nutzungsphasen und stellt die individuellen Schicksale der Menschen in den Mittelpunkt, die mit diesem Ort verbunden sind. Sie trägt dazu bei, die komplexe Geschichte von Krieg, Gefangenschaft, Flucht und Neubeginn im regionalen und überregionalen Kontext zu verstehen.
Die Führung bietet Gelegenheit, sich vertieft mit der historischen Bedeutung des Ortes auseinanderzusetzen und Fragen zur Erinnerungskultur zu diskutieren. Dank der Kooperation mit der Volkshochschule Hoyerswerda sowie der Förderung durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts kann die Veranstaltung kostenfrei angeboten werden.
Eintritt frei
Anmeldung erforderlich unter: info@museum-hy.de
Details: Museum Hoyerswerda