Messiaen Tage 2026 / Tag 3: Fahrradtour, Werkstattgespräch & Konzert

03.05.2026 11:00 Uhr, Görlitz

Fahrradtour
NS-Zwangsarbeit in Görlitz

11:00 Uhr, Treff: Vorplatz des ehem. Güterbahnhofs (jetzt Freie Waldorfschule), Bahnhofstraße 80, Görlitz

 

Die Europastadt Görlitz-Zgorzelec ist in vielerlei Hinsicht einzigartig, so auch in der eigenen deutsch-polnischen Aufarbeitung der Geschichte der Stadt als Gewaltort zur Zeit des NS Regimes. Neben dem Kriegsgefangenenlager Stalag VIII A finden sich Spuren der Gewalt auch im Stadtgebiet von Görlitz – der Zwangsarbeit, die von Menschen, sowohl Gefangene als auch Zivilist*innen, hier verrichtet wurde. Wer war in Görlitz von Zwangsarbeit betroffen – und was wissen wir heute über ihre jeweils spezifischen Lebens- und Arbeitsbedingungen? Bei einer Führung in Form einer Fahrradtour zeigt Alexandra Grochowski, Geschäftsleiterin des Meetingpoint Memory Messiaen e.V., den Teilnehmenden einige Orte der Zwangsarbeit und setzt sie in den Kontext des neusten Forschungsstandes.

 

Werkstattgespräch
Stand der Forschung zum Stalag VIII A

14:00 Uhr, Schlesisches Museum, Brüderstr. 8, Görlitz

 

Fast täglich erreichen den Meetingpoint Nachrichten von Familien ehemaliger Kriegsgefangener des Stalag VIII A, die auf der Suche nach Informationen über die Haftzeit ihrer Angehörigen sind oder selbst Informationen liefern. Der Austausch besonders mit den Nachfahr*innen französischer und belgischer Gefangener zeugt eindrücklich von den Nachwirkungen des Stalag VIII A Görlitz und seiner anhaltenden Bedeutung als Erinnerungsort im Gedächtnis vieler Familien. Dr. Johannes Bent gibt in einem Werkstattgespräch Einblick in aktuelle Aktivitäten des Meetingpoints hinsichtlich der Weitervermessung des Stalag VIII A als Gewalt- und Erinnerungsort. Die Veranstaltung gibt dabei auch Raum für den offenen Austausch über Perspektiven der Forschung und Erinnerung.

 

Konzert
Displaced Persons entwurzelt, vertrieben – Heimat allein im Sehnsuchtsort MUSIK

17:00 Uhr, Kulturforum Görlitzer Synagoge, Otto-Müller-Str. 3, Görlitz

 

Unter der Leitung von Milko Kersten führt Sinfonietta Dresden Kompositionen auf, die Gefahr laufen, dem kollektiven Gedächtnis zu entschwinden. Dies betrifft z. B. die jüdischen Komponistinnen Vítězslava Kaprálová und Rosy Wertheim. Für Menschen, die von Krieg, Vertreibung und kultureller Entwurzelung betroffen sind, kann Musik Sehnsuchtsort und Zuflucht sein. Sie ist immer Teil humaner Sinnstiftung. So heißt Verantwortung wahrzunehmen immer auch Hinschauen, Zuhören, Benennen und Empathie entwickeln.

 
 
Volker Sondermann wird zum Zyklus-Thema neu komponieren und mit einem Stück des israelisch-palästinensischen Komponisten Samir Odeh-Tamimi einen Rahmen bilden. Dresdens Stadtschreiber 2025, Alexander Estis, liest Texte, die er eigens für diese Konzerte mit den Musiker:innen als poetische Klang-Sprache entwickelt.

 

Details und Konditionen zum Programm der Messiaen-Tage 2026: Messiaen-Tage 2026



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