Ausstellungseröffnung & Vortrag: „FESTGEHALTEN. Verschleppt aus Deutschland 1938–1945”

14.06.2026 18:00 Uhr, Hole of Fame, Königsbrücker Str. 39, Dresden

Aus dem Deutschen Reich wurden zwischen 1938 und 1945 mehr als 200.000 Menschen deportiert. Die meisten von ihnen wurden in den Vernichtungslagern ermordet, nur wenige überlebten. Zahlreiche dieser Deportationen sind fotografisch dokumentiert. Aus fast siebzig deutschen Städten sind Bilder von Deportationen überliefert – viele weitere Aufnahmen sind möglicherweise noch unentdeckt. Das Forschungsprojekt #LastSeen sichert, sammelt, erforscht und veröffentlicht seit 2021 diese Fotos in einem digitalen Atlas und stellt sie für Forschungs-, Bildungs- und Gedenkarbeit zur Verfügung. Dafür ist das Projekt schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Der Bildatlas des Projekts ist unter atlas.lastseen.org abrufbar.

 
 
„Festgehalten” zeigt ausgewählte Fotografien der Deportationen von Jüdinnen und Juden, Sinti* und Roma* sowie von Opfern der NS-„Euthanasie“. Sie zeigt auch die Täter*innen und Zuschauende, die bei den Deportationen anwesend waren. Denn Deportationen waren sichtbar. Sie fanden am helllichten Tag statt. Viele Menschen entschieden sich, bei der Verschleppung ihrer Nachbar*innen zuzusehen und oftmals auch mitzuwirken.

 
 
Die Ausstellung fordert auf, sich mit der Rolle des Publikums auseinanderzusetzen. Dies ist gerade jetzt wichtig für die deutsche Erinnerungskultur. Was bedeutet es, wenn Menschen zuschauen, wegschauen oder sich beteiligen, während ihre Bekannten und Nachbar*innen verschleppt werden? Was wussten die Einzelnen, welche persönlichen Entscheidungen trafen sie und welche individuelle Handlungsmacht hatten sie? Zwei weitere Bereiche der Ausstellung setzen sich mit der Geschichte der Deportationen und mit der Geschichte der Deportationsfotografien auseinander.

 
 
Begleitend zur Ausstellung ermöglicht das interaktive Online-Entdeckerspiel #LastSeen historische Fotos von nationalsozialistischen Deportationen lesen und interpretieren zu lernen. Spieler*innen schlüpfen in die Rolle eines Bloggers oder einer Bloggerin und gestalten ihren persönlichen Artikel zu den historischen Fotos. Sie untersuchen die Fotos und können zusätzliche Quellen zu der Geschichte auf einem Dachboden entdecken, die beim Lesen der Fotos helfen.

 

Zum Impuls-Vortrag:
Berichte und Fotomaterial belegen immer wieder eindrücklich: Die nationalsozialistische Judenverfolgung bis hin zu Deportationen und Todesmärschen stand den Zeitgenoss*innen oft viel stärker vor Augen, als sie sich nach der Shoah eingestehen wollten. Der Impuls zur Ausstellungseröffnung richtet den Blick konkret auf Dresden und fragt: Was sahen die Nachbarn – und was nicht? Und was hat das auch mit uns heute noch zu tun?

 

Die Ausstellung wird vom 14.06.–28.06.26 im Hole of Fame zu sehen sein.
Details: Hole of Fame



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