
Vom 19.06. bis 21.06. lädt die Leipziger Projektgruppe EnterHistory! zu einem neuen Workshop ein, Anmeldungen sind ab sofort möglich.
Im work-in-progress-Projekt „ReMembering Leipzig“ stehen deutsch-jüdische Biografien im Mittelpunkt. Die Teilnehmer*innen der Workshops widmen sich Leipzigs Stadtgeschichte und erzählen sie anhand der Erinnerungen ehemaliger Bürger*innen, zum Teil sind es die ihrer eigenen Familien. Sie recherchieren in Archiven, werten gemeinsam Akten aus und fokussieren dabei besonders auf Ego-Dokumente. Bei allen Workshops der Projektgruppe entstehen Kurzbiografien sowie von den Teilnehmenden im Tonstudio eingesprochene Mikro-Hörstücke, die historische Ereignisse aus der Sicht ehemaliger Leipziger*innen oder mit Leipzig verbundener Personen reflektieren (Beispiel: Rolf Isenstein) und auf der Projektseite von ReMembering Leipzig – Jüdische Lebenserinnerungen veröffentlicht werden.
Vom 19.06. bis 21.06. lädt Enter History! zum nächsten Workshop ein, der u.a. den Biografien von Rudolf Werner Breslauer und David Seymour gewidmet ist und sich auf die Spur eines Unbekannten begibt. Die Biografien sind geeignet, verschiedene Aspekte der NS-Verfolgung und unterschiedliche Perspektiven darauf zu thematisieren. So war Rudolf Breslauer, 1903 in Leipzig geboren, 1942 mit seiner Familie in das Durchgangslager Westerbork deportiert worden, wo er erkennungsdienstliche Fotografien der Häftlinge anfertigen und, ebenso gegen seinen Willen, einen Film drehen musste, der heute zum UNESCO-Welterbe zählt. Er wurde zum unfreiwilligen Dokumentaristen des Holocaust. David Robert Seymour, 1911 in Warschau geboren und später unter dem Pseudonym „Chim“ bekannt geworden, studierte ab 1929 an der Akademie für Graphische Künste in Leipzig und übersiedelte 1931 nach Paris, wo er u.a. Robert Capa und Gerda Taro kennenlernte. 1936 ging er nach Spanien, um die Schrecken des Bürgerkriegs zu fotografieren, der Beginn seiner Arbeit als Fotoaufklärer. Anhand von Recherchen zu einer unbekannten Person werden zudem Deportationsfotos thematisiert. Das einzige bekannte Bild einer Deportation aus Leipzig vom 10.05.1942 gehört vermutlich zu dem schmalen Fundus solcher Bilder, die heimlich gemacht wurden, eine Person auf dem Foto wurde im Projekt #lastseen identifiziert. Es handelt sich um die 1898 in Warschau geborene Helena Siegelberg, die um 1908 mit ihrer Familie nach Leipzig eingewandert war.
Angesprochen für den Kurs sind Jugendliche (ab 16 Jahren) und Erwachsene mit der Bereitschaft zur Teilnahme an allen drei Kurstagen. Fühlt euch zur Teilnahme eingeladen und leitet das Angebot gern weiter.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Anmeldungen (via E-Mail an projekt@remembering-leipzig.de) werden nach Eingang berücksichtigt, Anmeldeschluss ist der 08.06.2026.
Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei und wird gefördert von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten.
Alle weiteren Infos siehe: Workshop ReMembering Leipzig