
Wir trauern um Dr. phil. Hans Brenner, Historiker, Heimatforscher und Autor, der am 15.04.2026 im Alter von 99 Jahren verstarb.
Am 15.04.2026 verstarb Dr. phil. Hans Brenner im Alter von 99 Jahren.
Wir sprechen seiner Familie und seinen Freunden unser herzlichstes Beileid aus.
Wir haben Hans Brenner als einen unermüdlichen Menschen wahrgenommen, dessen große Verdienste um die Aufarbeitung der NS-Geschichte in Sachsen wir sehr schätzen.
Seine Forschungen begann er zunächst regional zu Zschopau und Umgebung, seine Dissertation zur „Rolle der Außenlager des KZ Flossenbürg im System der faschistischen Rüstungs- und Kriegswirtschaft“ 1982 markierte dann den Beginn einer wissenschaftlichen Laufbahn. Mit Beendigung seines Berufslebens im Schuldienst 1990 weitete er seine Forschungsarbeit aus, knüpfte ein über die Grenzen Sachsen reichendes Netzwerk und unterstützte die Arbeit vieler Akteure im Themenfeld der NS-Geschichte.
Seit 2006 arbeitete er mit anderen Historikern und Heimatforschern an einer Gesamtdarstellung der NS-Zeit in Sachsen. Im Januar des Jahres 2018 wurde der Öffentlichkeit nach langen Jahren akribischer Recherchen und Forschungen das Buch „NS-Terror und Verfolgung in Sachsen. Von den Frühen Konzentrationslagern bis zu den Todesmärschen“ präsentiert, eine erste 624 Seiten umfassende Publikation zur Entwicklung des Nationalsozialismus in Sachsen und deren Besonderheiten sowie Folgen.
Die Autoren und Herausgeber Hans Brenner, Wolfgang Heidrich, Klaus-Dieter Müller und Dietmar Wendler waren in der Gründungszeit unseres Netzwerkes (die sLAG wurde im September 2018 in Frankenberg ins Leben gerufen) als Mitglieder der „Atlasgruppe“ oder auch „Brenner-Gruppe“ bekannt. In der namentlich korrekten Bürgerschaftlichen Initiative „Historischer Atlas Sachsen 1933 – 1945“ waren außer ihnen weitere Engagierte aktiv, u.a. initiierten sie an verschiedenen Orten Gedenktafeln.
Zahlreiche Einzelpersonen, Initiativen und Vereine haben seitdem die in genannter Publikation versammelten Forschungsergebnisse als Ausgangspunkt und Grundlage für ihre eigene erinnerungskulturelle Arbeit genutzt, insbesondere die Erkenntnisse aus der Endphase der NS-Zeit sowie zur Bildung und Funktion der Außenlager der Konzentrationslager.
2021 erhielt Hans Brenner den Sächsischen Verdienstorden für seinen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Diktatur in Sachsen. Die Ergebnisse der uns von Hans Brenner hinterlassenen fundierten Forschungsarbeit, der damit höchste öffentliche Anerkennung gezollt wurde, werden uns bei unserer Tätigkeit weiterhin begleiten.
Dafür sind und bleiben wir sehr dankbar.
Daniela Schmohl, Anna Schüller, Tobias Kley, Felix Pankonin und Jan Sobe für den Sprecher*innenrat der sLAG
sowie Jane Wegewitz, Birte Sedat und Jonas Kühne für die sLAG- Fachstelle
Nachruf der Familie Brenner
Wir danken der Familie Hans Brenners für die Genehmigung zur Veröffentlichung des Nachrufs und des Fotos, dass am 6. Juli 2021, am Tag der Verleihung des Sächsischen Verdienstordens, aufgenommen wurde.