
Eine Führung zum Schicksal psychisch erkrankter Zwangsarbeiter*innen in Großschweidnitz und der Spuren, die ihre Ermordung auf dem Anstaltsfriedhof hinterlassen hat.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden Millionen Menschen aus ihren Heimatländern in das Deutsche Reich verschleppt. Sie mussten in Fabriken oder der Landwirtschaft Zwangsarbeit leisten. Die zum Teil unmenschlichen Bedingungen forderten nicht nur körperlich ihren Tribut, sondern auch seelisch. Konnten Zwangsarbeiter*innen aufgrund einer psychischen Erkrankung keine Arbeit mehr leisten, kamen sie in psychiatrische Anstalten. Dort sollte ihre Arbeitsfähigkeit möglichst schnell wiederhergestellt werden. Allein in Großschweidnitz wurden während des Zweiten Weltkrieges etwa 140 Zwangsarbeiter*innen aufgenommen – mehr als 100 verstarben innerhalb kurzer Zeit. Sie fielen den nationalsozialistischen Krankenmorden zum Opfer.
In der Sonderführung wird die Geschichte dieser Menschen vor dem Hintergrund der NS-Krankenmorde erzählt. Anhand erhaltener Grabsteine, Erinnerungstafeln und dem als „Ausländerabteil“ bezeichneten Friedhofsbereich werden ausgewählte Lebensgeschichten, aber auch die Erinnerung an diese Menschen nach 1945 vorgestellt.
Die Sonderführung ist Teil des Veranstaltungsprogrammes der Städtischen Museen Zittau zum Thema „Zittwerke“. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Rundgang ist barrierefrei.
Details: Sonderführung Zwangsarbeiter*innen