Erinnerungspolitischer Fachtag 2021

13.10.2021 10:00 Uhr, Hochschule Mittweida

Erinnerungspolitischer Fachtag 2021: Erinnern im Dialog?! Sächsische Erinnerungs- und Gedenkarbeit – Bilanz von 30 Jahren

 

Der Erinnerungspolitische Fachtag ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung mit wechselndem Fokus auf Themen und Problemlagen der Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit. Der diesjährige siebte Fachtag möchte einen Rückblick wagen und Bilanz ziehen. Die sächsische Erinnerungspolitik ist seit der Gründung des Freistaates ein politisch sehr umkämpftes Feld gewesen, was sich beispielhaft an den Auseinandersetzungen am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, am bis heute strittigen Umgang mit dem 13. Februar in Dresden oder den Diskussionen um die Ausrichtung der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zeigte und weiter zeigt. Zudem stehen die Gedenkstätten bundesweit vor neuen Herausforderungen, wie einer diversifizierten Gesellschaft, der Digitalisierung und des Übergangs in eine Zeit ohne lebende Zeitzeug*innen für die Geschehnisse während des NS. Vor dem Hintergrund dieser Umbrüche und in Vorbereitung kommender Aufgaben möchten wir mit dem Programm 2021 zunächst ein Resümee ziehen.

 

Der Fachtag findet in Kooperation mit der Hochschule Mittweida / Fakultät Soziale Arbeit sowie Weiterdenken – Heinrich Böll Stiftung Sachsen statt.

 

Anmeldung bis zum 04.10.2021 unter info@slag-aus-ns.de.

 

Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. Anmeldungen erfolgen nach Reihenfolge des E-Mail-Eingangs. Eine Live-Übertragung der Vorträge via Zoom ist geplant. Die Podiumsdiskussion am Abend wird live über den youtube-Kanal der Hochschule Mittweida gestreamt.

 

Veranstaltungsort: Hochschule Mittweida, Zentrum für Medien und Soziale Arbeit, Bahnhofstraße 15, 09648 Mittweida

 

Corona-Hinweis: Die Veranstaltung findet unter Vorbehalt statt, wir bitten das Publikum darum, sich tagesaktuell zu informieren und das Hygienekonzept zu beachten. Genauere Angaben werden hier veröffentlicht.

 

 

Programm

 

09:30 Ankunft


10:00 Begrüßung | Tagesprogramm

 

Auftaktvortrag: Entstaatlichung von Erinnerungsarbeit?; anschließend Diskussion
Prof. Dr. Uwe Hirschfeld (sLAG)


11:00 Kaffeepause


11:30 Block 1: Staatliche Gedächtnispolitik

 

„Besondere Stützpunkte der demokratischen Erinnerungskultur.“ Zur Transformation ostdeutscher KZ-Gedenkstätten nach 1989
Dr. Insa Eschebach, Lehrbeauftragte am Institut für Religionswissenschaft der FU Berlin

 

Sonderfall Sachsen? Das Erbe der Totalitarismustheorie
Dr. des. Ann Katrin Düben, Gedenkstätte Breitenau


13:00 Mittagspause


14:00 Block 2: Regionales Erinnern und kommunale Verantwortung

 

Das Verschwinden der NS-Geschichte in der Nachwendezeit aus den Museen im Osten
Christian Hirte, Brandenburgische Museen

 

Der Umgang mit dem NS im städtischen Gedächtnis am Beispiel des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig
Dr. Johanna Sänger, Stadtgeschichtliches Museums Leipzig

 

Deutsche Opfer, deutsche Täter? Die Auseinandersetzung um den 13. Februar 1945 in Dresden
Prof. Dr. Christoph Meyer, HS Mittweida / Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung


15:30 Kaffeepause


16:00 Block 3: Zivilgesellschaft und bürgerschaftliche Erinnerungspraxis

 

I / Welche Opfergruppen, welche Täterschaften und welche Inhalte und Zugänge sind in der sächsischen Erinnerungskultur bisher unterrepräsentiert?– Die Verfolgung und Vernichtung der Sint*ezze und Rom*nja in Sachsen
Kathrin Krahl, Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen und Gjulner Sejdi, Romano Sumnal – Verein für Roma in Sachsen und RomaRespekt

 

II / Vernetzung zu Archivierung und Datenbanken – Neugründung einer Arbeitsgruppe, Status quo innerhalb der sLAG und Zielformulierung
Anke Binnewerg, pink tank

 

III / Umgang mit dem baulichen Erbe der NS-Verbrechen im Kontext unterschiedlicher Interessen von staatlicher/kommunaler Gedenkpolitik vs. zivilgesellschaftlicher Erinnerungsarbeit
Anna Schüller, Geschichtswerkstatt Sachsenburg

 

IV / Open Space Vernetzung sLAG und Mittelsachsen
Stephan Conrad, Treibhaus Döbeln und Sprecher*innen sLAG


17:30 Kaffeepause, Abendimbiss


18:15 „Durch das Gedächtnis ein Riss? Perspektiven des Erinnerns“ Dialog kontrovers extra

 

Öffentliche Podiumsdiskussion im Rahmen des IKKS der HS Mittweida

 

Teilnehmer*innen: Dr. Elke Gryglewski (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten), Dr. Markus Pieper (Stiftung Sächsische Gedenkstätten), Prof. Dr. Thomas Lindenberger (Hannah-Arendt-Institut), Daniela Schmohl (Sprecherin sLAG)


20:15 Theatervorstellung

 

Er war ja nicht mal deutsch, der Wald (Solostück)
Soheil Boroumand

 

In Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung

 

Download Flyer [PDF]