
In Interviews mit Überlebenden, Täter*innen und Augenzeug*innen rekonstruiert dieser Film die Verbrechen an sechs Millionen Jüdinnen und Juden.
„Shoah ist weder Fiktion noch Dokumentation, es gelingt diesem Film, mit erstaunlich sparsamen Mitteln die Vergangenheit aufleben zu lassen: Orte, Stimmen, Gesichter. Claude Lanzmanns große Kunst besteht darin, dass er die Orte sprechen lässt, sie durch die Stimmen wieder ins Leben ruft und, über alle Worte hinaus, das Unsagbare von den Gesichtern ausdrücken lässt.”
(Simone de Beauvoir)
Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust bieten wir die Möglichkeit, das einzigartige filmische Monument über den systematischen Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden in voller Länge und Gesellschaft zu schauen.
Vor vierzig Jahren feierte „Shoah“ in Paris Premiere. Der französische Regisseur Claude Lanzmann hatte mit seinem Team zwölf Jahre an diesem Werk gearbeitet. Bis heute ist der Film wegweisend in seiner Darstellung des von den Nazis verübten Völkermords an sechs Millionen Jüdinnen und Juden. Für „Shoah“ führte Lanzmann Interviews mit Überlebenden, Täter*innen und Augenzeug*innen und begab sich mit der Kamera auf Spurensuche an die Orte der systematischen Vernichtung. Auf Archivbilder verzichtete er im Film vollständig. Das epische Werk mit einer Länge von 540 Minuten wurde zu einem zentralen Referenzpunkt in der Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen.
Wir zeigen den Film in vier Teilen, eingeleitet durch einen Kurzvortrag von Dr. Christoph Hesse vom Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin. Dr. Hesse wird in den Film einführen und zu verschiedenen Aspekten der Lanzmann-Forschung referieren sowie auf die aktuelle Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin eingehen, die erstmals das Audio-Archiv zu Lanzmanns Vorarbeiten zu „Shoah“ öffentlich zugänglich macht.
Eine Kooperation des Vereins Tage der jüdischen Kultur Chemnitz, des Kinos Metropol Chemnitz und der sächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.
Eintritt:
Teil-Ticket: 10 €
Ganztages-Ticket: 30 €
(Gruppen auf Anfrage)
Der Zugang zur Veranstaltung (barrierearm) ist zu folgenden Startzeiten möglich:
10 Uhr, 13:30 Uhr, 15:45 Uhr und 19 Uhr
(mit Imbissangebot in den Pausen)
Bildrechte: Arsenal Filminstitut e.V. / Arsenal Distribution
„Shoah” Frankreich 1974–1985, 540 Min., OmdU
(Originalsprachen: Französisch, Englisch, Deutsch, Hebräisch, Polnisch, Jiddisch)
Die Ausstellung in Berlin: Claude Lanzmann. Die Aufzeichnungen