Mastodon


Die sLAG unterstützt den Hamburger Aufruf zur Aufarbeitung des Kolonialismus

27.07.2026 - Pressemitteilungen

Ein breites Bündnis aus mehr als 70 Gedenkstätten, Museen, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Vereinen und Initiativen sowie zahlreichen Einzelpersonen veröffentlicht den „Hamburger Aufruf zur Aufarbeitung des Kolonialismus“. Auch die sLAG unterstützt diesen Aufruf.

 

Der Aufruf formuliert zentrale Empfehlungen, dazu gehören der Aufbau dauerhafter Förderstrukturen, die Schaffung und Stärkung von Lern- und Erinnerungsorten, die Förderung wissenschaftlicher Forschung, der Ausbau von Bildungs- und Vermittlungsangeboten sowie eine enge Zusammenarbeit mit betroffenen Communitys.

 

Hamburger Aufruf zur Aufarbeitung des Kolonialismus

In Deutschland gibt es zahlreiche Initiativen, die über Jahrzehnte hinweg eine große Expertise zur Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit entwickelt haben. Sie ist Teil einer umfassenden bundesdeutschen Erinnerungskultur und gehört zur historischen Verantwortung der Bundesrepublik. Wir begrüßen das Vorhaben der Bundesregierung, die Aufarbeitung des Kolonialismus zu intensivieren und halten es für dringlich geboten, Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene umzusetzen.

 

Wir, die Unterzeichnenden, empfehlen:

 

  1. Institutionelle Förderung:
    Dauerhafte und auskömmliche Förderstrukturen für die Entwicklung von dezentralen Lern- und Gedenkorten zur Kolonialismus-Erinnerung und -Aufarbeitung sind notwendig.
  2. Sichtbare Verortung:
    Zusätzlich braucht es einen zentralen Lern- und Erinnerungsort zum deutschen Kolonialismus von internationaler Bedeutung mit hoher kultur- und politikhistorischer Relevanz. Hierfür bieten sich Standorte mit historischem Bezug zum Kolonialismus an.
  3. Wissenschaftliche Forschung:
    Nationale und internationale Strukturen zur Erforschung der deutschen und globalen Kolonialgeschichte müssen ausgebaut und gefördert werden, ebenso die Erforschung institutioneller Involviertheit in kolonialhistorische Zusammenhänge.
  4. Vermittlung:
    Die Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialismus muss als Querschnittsthema in den Lehrplänen und in außerschulischen Bildungsangeboten verankert werden.
  5. Kooperation:
    Die Einbindung der Communitys und kolonialgeschichtlich belasteter Institutionen in die Entwicklung und Umsetzung dieser Maßnahmen und Forderungen ist wichtig.

 

Zur Kampagnenseite des Gedenkstättenforums mit der Liste der Unterzeichnenden: Hamburger Aufruf
Der Aufruf als PDF-Download: Hamburger Aufruf.pdf