
Die sLAG lädt Gedenkorte und Angebote der zivilgesellschaftlichen Erinnerungskultur, deren Arbeit einen inhaltlichen Bezug zur Geschichte und Nachgeschichte der nationalsozialistischen Verbrechen hat, zur Teilnahme an der gemeinsamen Kampagne ein.
Zu Beginn dieses Jahres, angesichts angekündigter Kürzungen, z.B. im Bundesprogramm „Demokratie leben!“, und mit Blick auf die Wahl in Sachsen-Anhalt, ist bei der sLAG und Partner*innen aus der Gedenkstättenlandschaft die Idee gereift, mit einem Hashtag und einem einheitlich visuellen Bild bundesweit eine Kampagne zu entwickeln, die deutlich macht, was Gedenkstätten und zivilgesellschaftliches Engagement in der Erinnerungskultur für die Demokratie leisten, warum diese Arbeit angegriffen wird und weshalb sie gerade jetzt wichtig ist.
Anfang 2025, im Rahmen einer besonders prekären Haushaltslage, erdachte und etablierte die sLAG den Hashtag #demokratierelevant. Die Wortmarke hierzu wurde von Matthias Marx, dem 2025 viel zu früh verstorbenen Grafiker aus Dresden, entwickelt. Da dieser Hashtag im erinnerungspolitischen Kontext schon eine gewisse Bekanntheit hatte, wurde er für die geplante Kampagne aufgegriffen. Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und das Netzwerk Digital History & Memory haben das Konzept letztendlich mit großem Aufwand konkretisiert und in eine visuelle Form gebracht.
Gedenkstätten, Erinnerungsorte und zivilgesellschaftliche Einrichtungen stehen unter erheblichem Druck. Gerade im Umfeld der Wahlen ist die öffentliche Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen selbst zum Feld geschichtsrevisionistischer Angriffe geworden. Einrichtungen erleben Provokationen, Bedrohungen und Sachbeschädigungen. Zugleich wird ihre fachliche Arbeit als vermeintlich „nicht neutral“ abgewertet und ihre öffentliche Förderung infrage gestellt.
Die Kampagne kehrt das Wort „gefährlich“ um. Für völkisch-nationalistische Geschichtspolitik ist die kritische Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen ein Hindernis: Sie widerspricht dem Versuch, Geschichte zu relativieren und ein bruchlos positives Bild der Nation zu entwerfen. Was dabei als störend oder „nicht neutral“ markiert wird, ist für eine pluralistische Demokratie unverzichtbar.
Seit dem 24.08.2026 steht auf einer Website digitales Material für Social Media Kanäle wie Instagram, Facebook und Bluesky zum Download bereit. Es gibt außerdem die Option eine eigene Aussage zu generieren, indem die zur Verfügung stehenden Kampagnen-Templates auf Canva.com als Kopie geöffnet und textlich verändert werden können.
Wir laden alle ein, teilzunehmen, die Inhalte auf den eigenen Kanälen zu verbreiten und Kampagnen-Content anderer Kanäle zu liken und zu teilen.
Ganz herzlichen Dank!
Hier geht es zur Kampagnenseite: „Erinnerung ist gefährlich!”
